Zwei Männer. Vier Länder.

Grenzenlos glücklich. Auf unseren Rennrädern. Der Pasi und ich. Obwohl, eine Fahrt mit einigen Grenzerfahrungen. Weil, wer von Österreich nach Slowenien, dann nach Kroatien, zurück nach Slowenien und über Ungarn wieder nach Österreich radelt, der überquert zwangsläufig Grenzen. Und wer das an einem Tag macht, der lernt noch so manch andere Grenze kennen. Ein Grenzerfahrungsbericht.

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Aber ganz zu Beginn, in aller Früh, waren da nur der Treffpunkt in Graz und vier motivierte Waden. Die dann gleich ordentlich in die Pedale traten. Richtung Süden die Mur entlang sausten und dann vergeblich nach Hühnern am Hühnerberg Ausschau hielten. Auch keine Trauben am Traubenberg bei Pirching fanden. Dafür ein geschlossenes Kaufhaus in St. Peter am Ottersbach entdeckten. Immerhin. Und in Mureck wartete nicht nur schon wieder die Mur auf uns, sondern auch der erste Grenzübergang.

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Dahinter begrüßte uns das nette Slowenien mit 20% Steigung. Das Hinauffahren nur, weil der Pasi gerne Höhenmeter sammelt und oben das malerische Weindorf Sveta Ana liegt. Dort gibt es sicher leckeren Wein, mit Sicherheit kann ich aber nur von der fantastischen Aussicht berichten. Eine Aussicht auf die vielen kleinen Hügel bzw. in Pasis Augen: Höhenmeter!

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Schon schön. Slowenien. Schon schnell. Waren wir. Bei der Grenze zu Kroatien. Schon unheimlich der ganze Stacheldraht und die hohen Zäune. 21. Jahrhundert? Fühlte sich eher historisch an, das ganze Eisen und der Mauerbau. Da schaut man dann gerne einmal im Wörterbuch nach, was Union eigentlich bedeutet. Weil von Einheit oder Vereinigung ist dort wenig zu spüren.

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Bei Kilometer 140 trafen wir zum wiederholten Male auf die Mur. Auch diesmal in der Funktion eines Grenzflusses. Und waren wieder in Slowenien. Um in Lendava ein paar Runden auf einem Pumptrack zu drehen. Ein hügeliger Rundkurs bei dem es möglich ist nur durch Pumpbewegungen der Arme Fahrt aufzunehmen. Während Pasi dort ein paar Höhenmeter sammeln konnte, stellte ich stürzender Weise fest, so eine Strecke das nächste Mal mit einem geeigneteren Fahrrad zu befahren.

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Hinter der nächsten Grenze lag Magyarország. Ja genau, Ungarn. Auf den Straßen quer durch den höhenmeterarmen Örség-Nationalpark folgerten wir aus der ungarischen Straßenbauweise, eine scheinbar seltsame Abneigung der Ungarn gegen Kurven. Das spürten wir nach 200 Kilometern auf besondere Weise: Wenn die Straße nicht aufhören will und gleichzeitig die Landschaft da wie dort gleich aussieht, kann das durchaus eine gewisse Grenze in Erfahrung bringen.

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Motivation. Das ist dann gefragt. Also nette Gespräche. Zum Beispiel über Radfahren, Räder, zukünftige Touren. Oder leere Wasserflaschen in Kombination mit der Kilometerangabe bis zum nächsten Ort. Oder der Gedanke an die heiße Dusche daheim. Oder einfach nur ein Sonnenuntergang.

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Noch bevor die Nacht uns mit ihrer kühlen Dunkelheit einhüllte waren wir noch lange nicht zu Hause, dafür passierten wir die vorerst letzte Grenze. Zurück in Österreich könnte man aus Ungarn kommend das Burgenland als bergig beschreiben. Das freute natürlich den Pasi. Weil mit bergig auch immer Höhenmeter und so. Was den Pasi weniger freute, waren die leeren Batterien seiner Fahrradlampe. Und das 70 Kilometer von der heißen Dusche entfernt.

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Abenteuerlich. So im Dunkeln ohne Licht. Aber sonst hat man ja später nix zum Erzählen. Gerettet bzw. erleuchtet haben uns dann mein Nabendynamo und SON-Scheinwerfer. Die produzieren Licht auch für zwei Fahrräder. Und so kann man auch das eine oder andere Reh rechtzeitig erkennen und bremsen. Oder erst gar nicht bemerken. Weil da war es dann schon ganz schön spät. Und wir müde. Aber richtig dankbar. Es war wieder eine perfekte Ausfahrt. Mehr davon. Jawohl!

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